Maßnahmen


Wichtiger Hinweis:
Es werden hier gezielte medikamentöse Therapien bzw. Therapieangebote ausgelassen. Diese sind so individuell wie der Mensch selbst.
Für einen Austausch oder Fragen stehe ich gerne per Kontaktformular bereit. Es gibt verschiedene Wege, welche man selbst einschlagen kann bzw. wo man einen vermeindlich Betroffenen hinführen und begleiten kann.

Die Frage: "Was kann ich dagegen tun?" - ist allerdings nicht mit einem Rezept zu beantworten.
Im folgenden Text erhaltet ihr Tipps zum Umgang mit der Erkrankung oder den Betroffenen. Therapieansätze bekommt ihr ausschließlich durch einen Facharzt!

Allgemein gesagt


Ab einem gewissen Stadium ist eine dauerhafte ambulante bzw. stationäre Behandlung zwingend erforderlich.
Vom Anfang an der gestellten Diagnose ist die Begleitung durch einen Facharzt (Psychologen/Psychiater) sehr empfehlenswert.
Viele scheuen sich vor der Medikamenteneinnahme. Dies gestalltet sich bei der Depression als fatal.
Oft schaffen es erst die Medikamente, den Betroffenen auf eine gewissen Stufe zu stellen, wodurch andere Maßnahmen/Therapien greifen können!

Der Betroffene selbst


- Es hilft sich bewusst zu machen, dass die Depression eine Krankheit ist wie andere auch.
Antriebslosigkeit, Traurigkeit oder Entscheidungsschwierigkeiten sind Symptome - keinesfalls Ausdruck persönlichen Versagens!
- Habt keine Scheu, sich professionele Hilfe zu suchen!
- Geht offen mit eurer Erkrankung um! Offenheit hilft, Missverständnissen vorzubeugen und das Thema zu enttabusieren. Leider glauben viele über diese Erkrankung bescheid zu wissen, dies ist zumeist aber nicht ausreichend fundiert oder allgemeines Höhrensagen.
- Zu Beginn kann es helfen, sich einer Vertrauensperson mitzuteilen. Dies können Eltern, Geschwister, Freude, Hausärzte, Lehrer, Pfarrer und und und sein.
- Wendet euch ruhig an die Telefonseelsorge, solltet ihr eine komplett neutrale Person zum Reden wünchen! Die Adressen und Telefonnummern findet ihr hier (klick).
- Kontaktiert ggf. entsprechende Vereine oder Selbsthilfegruppen in eurer Region. Es gibt welche für Betroffene oder für interessierte Angehörige/Freunde/Bekannt, welche die Entstehung der Erkrankung und optimales Verhalten näher gebracht bekommen wollen.

Angehörige/Freunde/Interessenten


- Informiert euch ausführlich über die Krankheit Depression! Die kann unter Umständen die Unsicherheit im Umgang mit der Krankheit nehmen.
- Erkennt eure eigenen Grenzen! Habt realistische Erwartungen an euch selbst. Ihr seid wichtig für den Betroffenen, doch ihr könnt weder den Therapeuten ersetzen, noch zu jedem Zeitpunkt perfekt funktionieren.
- Macht euch die negativen Gefühle gegenüber dem Erkrankten bewusst! Ihr dürft diese auch behutsam äßern. Lasst auf keinen Fall euren Aggressionen freien lauf, schluckt aber auch nicht eure Empfindungen hinunter!
- Macht euch bewusst, dass sich ein Depressiver nicht mit Absicht so verhält, um euch zu verärgern, sondern dass die gezeigten Verhaltensweisen Teil der Erkrankung Depression sind.
- Sucht euch Hilfe! Das Leben mit einem Depressiven ist nie einfach uns kräftezerrend. Holt euch Kraft aus Dingen die euch Freude bereiten. Entspannt auch einmal aus. Holt euch Rat bei einem Arzt oder tauscht eucht in Vereinen/Selbsthilfegruppen aus.

Verhaltenstipps


Dies ist meiner Meinung nach das WICHTIGSTE für Angehörige, Freunde und/oder Partner überhaupt!
Eine falsche Bemerkung kann zum schlimmsten führen! Ich möchte euch wahrlich keine Angst machen. Ihr sollte euch nicht scheuen so zu sein, wie ihr seid bzw. dass zu sagen was ihr wollt. Ihr müsst nur lernen, wie ihr es verpackt!

- Vermeidet unbedingt Appelle wie: "Nimm´dich mal zusammen!", "Reiß dich mal zusammen!". Solche Sätze verharmlosen die Depression und verstärken die Schuldgefühle des Erkrankten.
- Hört geduldig zu, statt Ratschläge zu erteilen! Auch wenn für die "Gesunden" nicht immer alles einen Sinn ergibt, haben die Erkrankten das Gefühl wahrgenommen und vorallem ernstgenommen zu werden. Ebenso ist es für euch dadurch leichter, eventuelle Suizidtendenzen zu erkennen und dementsprechend zu reagieren!
- Nehmt Suizidgedanken, selbst zarte Andeutungen immer ernst! Hört zu und versucht nicht dem Betroffenen diese Gedanken einfach nur auszureden! Sucht offen und mitfülend das Gespräch und zeigt Alternativen auf.
Verständigt in jedem Fall immer den behandelnden Arzt darüber oder nimmr Kontakt mit einem Arzt/Krankenhaus auf!

Nach dem abklingen der Erkrankung bzw. der Episode, solltet ihr gemeinsam mit dem Betroffenen je eine Liste erstellen:

- Ansprechpartner (Adresse, Telefonnummer), welche im Falle eines Rückfalls zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sind
- Anzeichen - eine Depressiver hat beim "Start" einer Episode meist bestimmte Gedanken und/oder Handlungsweisen. Erstellt eine Liste, die offensichtlich aushängt. So kann nicht nur der Betroffene sich noch einmal selbst reflektieren, sondern ein Außenstehender kann frühzeitig erkennen, ob wieder eine neue Episode beginnt. Er kann dann dementsprechend ruhiger und selbstbewusster reagieren.

© Emma van Brugge
© Apotheken-Umschau